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Presseberichte zu Sarah und ihrer Show

Artikel vom 16.12.2004 erschienen in Der Standard

'Der Feind ist in den eigenen Reihen zu suchen'

Nach der Übernahme von Viva durch MTV/Viacom steht die Show von Sarah Kuttner auf wackligen Beinen - Im STANDARD- Interview erklärt sie, warum die Zuseher an dieser Entwicklung selber schuld sind


STANDARD: Von welchen Mails kriegen Sie im Moment mehr? Die aus Ihrer TV-Rubrik "Ich hasse Sarah Kuttner, weil"-Mails oder "Sarah Kuttner muss bleiben"?


Sarah Kuttner: Im Moment überwiegen eindeutig die "Sarah Kuttner muss bleiben"- Mails. Wobei das auch nicht viele Leute schreiben, weil: Sarah Kuttner bleibt ohnehin.


STANDARD: Lässt sich der US-Konzern und Viva-Eigentümer Viacom von solchen Sympathiebezeugungen beeindrucken?


Kuttner: Die lesen das nicht, die Mails lese nur ich.


Standard: Vielleicht registrieren sie's doch?


Kuttner: Die schauen nur, was die Quoten sagen, das war's.


STANDARD: Die Quoten sind nicht schlecht.


Kuttner: Für Viva-Verhältnisse sind die Quoten okay, aber sie könnten eben besser sein. Wahrscheinlich gibt es auch bei Viva Sendungen, die mehr Quote machen. Aber das sind alles Dinge, von denen ich keine Ahnung habe.


STANDARD: Der letzte Stand war, dass die Show statt viermal nur mehr zweimal die Woche stattfinden soll. Gibt es dazu Neues?


Kuttner: Wirklich sicher ist, dass wir die Staffel auf jeden Fall bis Sommer zu Ende machen. Es ist noch immer nicht klar, wie oft pro Woche und an welchen Tagen gesendet werden soll. Jedenfalls nicht für mich, sicher gibt es Spekulationen auch im Haus.


STANDARD: Wird es inhaltliche Veränderungen geben?


Kuttner: Ich mache die Sendung einfach weiter, es ist alles viel undramatischer. Wir setzen uns in der Winterpause zusammen und überlegen gemeinsam. Große Veränderungen wird es aber nicht geben. Ich finde die Show okay, wie sie ist. Es geht eher ums Feintuning, Viacom wird mir da aber nicht viel dazwischen reden, das wird alles in Abstimmung mit mir passieren.


STANDARD: Sie haben kein Problem damit, dass es die Show nur mehr zweimal die Woche geben soll?


Kuttner: Ich fände viermal schöner. Aber lieber zweimal als einmal. Einmal hätte ich nicht gemacht.


STANDARD: Am Abend als die Meldung kam, dass Sie im neuen Viva-Programmschema nicht vorgesehen sind, glänzten Sie mit einer extrem bissigen Show. Es wirkte nicht so, als seien Sie und Ihre Kollegen davon überzeugt, dass es Sarah Kuttner auch im nächsten Jahr noch geben würde.


Kuttner: Die Sendung war im neuen Programmschema nicht enthalten, das stimmt. Aber das hieß nicht, dass sie nicht vorgesehen waren. Die Schlussfolgerungen der Medien waren schlicht falsch. Zu dem Zeitpunkt, als in den Zeitungen vom Ende der "Sarah Kuttner-Show" berichtet wurde, wusste jeder von uns, dass dem nicht so ist. Insofern hatte keiner von uns Schiss.


Fakt ist, dass es die Sendung weiter geben wird. Das genügt mir. Ansonsten ist eher die Situation ärgerlich für die Mitarbeiter, für Moderatoren. In der Show habe ich damit gespielt. Der Zuschauer erwartet, dass Frau Kuttner das witzig angeht. Tatsächlich mache ich mir keine Sorgen.


STANDARD: In welche Richtung entwickelt sich das deutsche Musikfernsehen?


Kuttner: So wie es aussieht, wird für mich eher wenig dabei sein. Die Entscheidungen werden aber aus rein wirtschaftlichen Gründen getroffen. Und viele Leute mögen nun einmal diese Art von Musikfernsehen mögen. Man sollte nur aufpassen, dass man nicht alle Restkultur wegwirft. Aber es steht mir nicht zu, das zu sagen. Es gibt ja auch unglaublich viel nervige Klingeltonwerbung, aber nur deshalb, weil alle diese bescheuerten Klingeltöne runterladen. Insofern ist der Feind in den eigenen Reihen zu suchen.


STANDARD: Es gibt auch den Verdacht, dass Reality-TV, Dokusoaps und alles was jetzt angeblich Trend ist, nicht so Zuschauer anzieht, wie man glauben könnte. Einigen wenigen Quotenerfolge stehen viel mehr Flops gegenüber. Trotzdem ist es eine Möglichkeit, satte Gewinne einzufahren, weil der Aufwand in keiner Relation zu den Kosten steht.


Kuttner: Man verdient nur, wenn Leute schauen. Warum sollten sie es anders machen, es kostet nichts, bringt viel.


STANDARD: Auf Viva sollen Wiederholungen von "Big Brother" laufen. Wer soll das schauen?


Kuttner: Ich habe dieses Programmschema nicht gemacht. Sie werden Big Brother absetzen, wenn keiner zusieht. (DER STANDARD; Printausgabe, 16.12.2004)

Quelle:
Der Standard