Kuttner.
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Presseberichte zu Sarah und ihrer Show

Artikel vom 15.03.2005 erschienen in u_magazine

Bin das ich??!

Ganz Viva ist zugeballert mit Klingelt?nen und "Big Brother"-Wiederholungen f?r die Kids. Ganz Viva? Nein, nicht ganz Viva. An zwei Tagen in der Woche h?lt sich noch immer die Sarah-Kuttner-Show mit ihrem Mix aus Musik und Late-Night-Elementen. Jetzt will man Kuttner auch beim WDR, der seine Kulturredaktion mit ihrem Gesicht verj?ngen m?chte. Das wird funktionieren. Sarah Kuttner ist ein Markenname.

u_magazine: Sarah, mir f?lt auf: Du gehst v?llig unbek?mmert in deine Sendungen rein ...
Sarah Kuttner: ... und unbek?mmert wieder raus.
u_magazine: Du wirkst sehr draufg?ngerisch ...
Kuttner: Draufg?ngerisch. Tolles Wort! Super! In der Sendung draufg?ngerisch wirken!
u_magazine: Gleichzeitig hast du den Ruf, sehr kontrolliert zu sein, wenn du selbst interviewt wirst.
Kuttner: Ich bin ja auch nicht doof, ich bin nicht bl?d!
u_magazine: Auf deiner Website liest man: "und ich frage mich gelegentlich, bin ich das, oder bin ich schon so wie im fernsehen."
Kuttner: "bin das ich" muss es hei?en, das ist ein Zitat von den Sportfreunden. Insofern bin ich schon mal zur H?lfte raus.
u_magazine: Du meinst es nicht wirklich?
Kuttner: Nee, es ist einfach ein sehr sch?ner Denkansatz. Als ich den Satz auf die Website draufgemacht hab', war ich noch gar nicht so weit. Inzwischen gibt es Momente, wo man dar?ber nachdenkt oder andere Leute einen zwingen, dar?ber nachzudenken. Denn viele Leute sagen: Bist du denn noch du? Bist du im Privatleben auch so? Eigentlich zwingt einen die ?ffentlichkeit, sich diese Frage zu stellen. Das bin ich, w?hrend ich den Beruf aus?be.
u_magazine: Du bist im Fernsehen authentisch?
Kuttner: Das ist mein Erstreben. Allerdings moderiere ich im Privatleben nicht. Und ich rede nicht so viel und wahrscheinlich auch nicht ganz so schnell. Warum sollte ich? Das ist Teil meiner Sendung. In der Sendung lese ich keine Witze, die mir Leute vorher geschrieben haben, ich denke mir meine Interview-Fragen selbst aus. Ich erz?hle auch h?ufig genug von mir, so Privatkram, wo man sich sp?ter auch denkt: Na, h?tte ich das jetzt alles erz?hlen m?ssen? Das ist dann so authentisch, wie man sein kann, wenn man Fernsehen macht.
u_magazine: Es f?llt immer wieder auf, dass du eine Haltung einnimmst. Ob das nun Artikel aus Bild sind, die du kommentierst ...
Kuttner: Es ist das Prinzip der Sendung. Es ist das, was wir uns ganz gro? oben drauf schreiben: eine Meinung zu haben.
u_magazine: W?rdest du deiner neuen Chefin Catherine M?hlemann gerne mal was unter vier Augen sagen?
Kuttner: Nee. Die ist mir zwar durchaus ein bisschen suspekt. Aber die macht ihren Job. Die macht keinen besonders kreativen, feingeistigen Job. Aber daf?r wurde sie auch nicht eingestellt. Die macht einen wirtschaftlichen Job, und sie guckt: Was kostet wenig und was bringt viel. So wie jeder von uns arbeiten w?rde, der mit Geldverdienen zu tun h?tte. Ich finde, dass da sicher einige Fehler gemacht werden und dass man sich eine bestimmte Anzahl an Kulturstunden im Fernsehen durchaus erhalten sollte. Das passierte ja aber auch noch irgendwie. "Fast Forward" zu erhalten w?re sicher clever gewesen. Andererseits hat aber auch niemand geguckt. Das ist ganz schwierig.
u_magazine: Hugo Egon Balder hat mal bei dir in der Sendung gesagt, Deutschland braucht keine Late Night Show.
Kuttner: Das sagen auch dauernd die Feuilletonisten, so nach dem Motto: Wer m?chte sich von einer Frau die Welt erkl?ren lassen abends, wenn man schlafen will? Harald Schmidt finden alle super, obwohl ihn von denen, die dies sagen, nur die H?lfte guckt. Augenscheinlich braucht Deutschland 'ne Late Night.
u_magazine: W?rdest du zusagen, wenn man dir eine Sendung vom Format der fr?heren Harald-Schmidt-Show anb?te?
Kuttner: W?rde man nicht.
u_magazine: Als Anke Engelke abgesetzt wurde, hie? es in den Medien, du w?rest die bessere Alternative gewesen.
Kuttner: Ja. Aber nur, um Anke auf die Fresse zu hauen. Bis jetzt kam da kein Angebot.
u_magazine: Dein Sendeumfeld hat sich jetzt radikal ge?ndert. Machst du dir dar?ber Gedanken?
Kuttner: Ich werde entweder auf Viva oder auf MTV laufen. Auf Viva laufe ich seit vier Jahren, und MTV w?re auch nicht schlecht. Klar habe ich das Gefhl, dass ich nach der Neuausrichtung von Viva nicht mehr in das Sendeschema passe und MTV mehr meins w?re.
u_magazine: Die Wochenzeitung Die Zeit illustrierte einen Artikel ?ber junge Moderatorinnen mit der ?berschrift "Die Wutlosen" und einem Foto von dir. Geh?rst du zu einer Generation der Wutlosen?
Kuttner: Nee, aber das ist ja eine schicke ?berschrift, die man sich macht, wenn man Journalist ist. Keine von den M?dchen, die in dem Artikel vorgestellt wurden, wirkte in den Gespr?chen wutlos oder meinungslos. Ich verstehe nicht, was die ?berschrift mit dem Inhalt zu tun hatte. Jede von uns hatte 'ne Meinung und ein Selbstbewusstsein. Wir lassen uns blo? einfach nicht mehr alle naselang das Essen bezahlen und schreien auf der anderen Seite auch nicht mehr so hart nach der Emanzipation. Ich wurde in meinem Leben noch nie von einem Mann unterdr?ckt, warum sollte ich also schreien. Da hat jemand f?r mich gute Vorarbeit geleistet.
u_magazine: Du hast jetzt mehr Zeit. Wirst du neben der Sarah-Kuttner-Show demn?chst noch andere Sendungen machen?
Kuttner: Ich glaube, das wird nicht passieren, weil nicht viele Leute ein so starkes kommerzielles Interesse an mir haben. Ich bin wirklich total aus der Gefahr heraus, dass viele Leute was von mir wollen k?nnten. Ich bin so speziell, dass es hart ist, mit mir zu arbeiten. Ich bin sehr, sehr eigen mit meinem Kram.


Quelle:
u_magazine