Kuttner.
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Presseberichte zu Sarah und ihrer Show

Artikel vom 17.08.2004 erschienen in taz Nr. 7437

Die Witzezerst?rerin

Das hektische Dampfgebrabbel der Sarah Kuttner entt?uscht alle in sie gesetzten Erwartungen. Eine Zwischenbilanz (Mo. bis Do., 21 Uhr, Viva)

VON JOHN DAVIDSON


Es ist zum Verzweifeln. Da hatte man Hoffnung in ein Talent gesetzt und muss merken, dass es irgendwie nicht klappt. Nicht, dass alles kompletter M?ll w?re. Doch ehrlich gesagt hatte man es sich doch anders vorgestellt. Sarah Kuttner ist seit zwei Wochen mit ihrer eigenen Show bei Viva auf Sendung. Und m?ht sich um die Gunst der Zuschauer. Bisher vergeblich.

Sarah Kuttner war die vorerst letzte Trumpf-Karte, die das deutsche Talk-Comedy-Personality-Fernsehen zog. Sp?testens seit ihrer Moderation des Grand Prix-Vorentscheids, bei dem sie ein Kunstst?ck vollbracht hatte, das keines war (den Co-Moderator J?rg Pilawa langweilig und altbacken aussehen zu lassen - daf?r reichte es, ein paarmal "geil" und einmal "schei?e" zu sagen), galt sie gemeinhin als neue TV-Hoffnung.

Vorschusslorbeeren


Vor dem Start ihrer werkt?glichen Abendshow war sie in allen Zeitungen pr?sent und sammelte eifrig Vorschusslorbeeren: Die Journalisten jubelten, sie sei frech, unkonventionell, habe Berliner Schnauze - schlie?lich sagt sie ja Worte wie "schei?e" und "geil". Und nach dem Anfang vom Engelke-Ende musste nun mal ein neuer Schmidt-Ersatz her. Es konnte doch nicht sein, dass Stefan Raab wirklich der unterhaltsamste Entertainer im deutschen Fernsehen bleiben sollte.

Auch wenn man sich bisher wirklich nicht dem "Wir wollen Schmidt zur?ck"-Geheule angeschlossen hat und auch jetzt nicht einstimmen will - die Erfahrungen der vergangenen Abende mit der Kuttner stimmen nicht sehr zuversichtlich. Der Unterhaltungsnachwuchs bem?ht sich redlich, aber es reicht einfach nicht. Es scheint, als w?rde Viva nur Talente hervorbringen, die auf ewig Talente bleiben. Oliver Pocher stagniert im Mittelma? mit seltenen Ausrei?ern nach oben, Tobi Schlegl kocht nach dem gescheiterten Versuch, auf Pro 7 eine Talkshow am Nachmittag zu etablieren, sein S?ppchen wieder zu Hause im Musikfernsehen, interessiert aber auch nicht mehr.

Und Sarah Kuttner? Ach Sarah. Man wollte sie doch gut finden. Ganz ehrlich - w?re man schlie?lich dankbar f?r eine nette Stunde TV-Konsum am Abend. Doch dann macht sie es einem schwer, so schwer, nicht wegzuschalten. Nonstop redet sie, die wenigen guten Pointen gehen im Redefluss der "kaprizi?sen Kodderschnauze" (Stern) unter. Der eigene Finger rutscht unruhig auf der Fernbedienung hin und her, im Studiopublikum sieht man gequ?lt l?chelnde Gesichter. Unendlich viele Rubriken innerhalb der Show ersticken die M?glichkeit, irgendwo an Profil zu gewinnen, gute Ans?tze bleiben irgendwo zwischen dem hektischen Dampfgebrabbel der Moderatorin und dem Sessel des Fernsehzuschauers stecken. Die besten zehn Minuten bisher hatte nicht Kuttner, sondern ihr Gast Herbert Feuerstein, der so gar keine Lust hatte, sein Buch zu bewerben.

Eist?ten-Witze


Neulich verteilte Sarah Kuttner zusammen mit ihrem Redakteur Sven minutenlang Eist?ten an das Publikum im Studio. Es wirkte, als sei ihnen einfach nichts Besseres eingefallen. Zudem bemerkte Kuttner andauernd, dass sie eine sehr lustig aussehende M?tze trage - und schon war der Witz wieder zerst?rt. Ach, h?tte sie die M?tze doch einfach nur aufgesetzt und den Rest der Sendung dar?ber geschwiegen. Man muss doch nicht ?ber alles reden. "Noch nicht umschalten", sagt eine Stimme im Kopf. Es wird bestimmt bald besser. Hoffentlich.


Quelle:
taz Nr. 7437