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Presseberichte zu Sarah und ihrer Show

Artikel vom 26.05.2006 erschienen in taz

Lass sie strampeln!


Das schrille Labert?schchen vom Dienst hat bald frei: Die MTV-Show von Sarah Kuttner wird zum Sommer eingestellt. Das ist nur begrenzt schade - aber eine L?cke bleibt doch

VON DOMINIK SCHOTTNER

Wer die MTV-Moderatorin Sarah Kuttner schlechtreden m?chte und beabsichtigt, dies zu ver?ffentlichen, sollte sich fragen, ob er oder sie mit erz?rnten Anrufen seitens ihres Managements fertig werden kann. Und wenn die Antwort "Ja" ist, dann kann man ?ber die ehemalige Viva-Moderatorin l?stern, bis das Telefon klingelt und auch noch danach.

Gleichsam ungehemmt kann man Frollein Kuttner, wie sich die drollige 26-J?hrige gerne betitelt, nat?rlich auch gut finden - ja sie sogar verehren, verg?ttern, sie zum Mittelpunkt eines pubert?ren und von Britpop-Indierock dominierten Lebens erkl?ren. Wer so drauf ist, hat von ihrem Management freilich nichts zu bef?rchten.

Das sind Optionen. Und die muss man nicht wahrnehmen. Im Gegenteil: Man darf sie getrost verstreichen lassen. Vielleicht entgeht einem etwas, vielleicht auch nicht. Mit ebendieser Gleichg?ltigkeit h?tte man Sarah Kuttner seit Beginn ihrer Fernsehkarriere im Jahre 2001 behandeln sollen: Sarah Kuttner? Wer ist das? Ach so, die. Lass sie strampeln!

Deshalb an dieser Stelle nur eine kurze, pr?gnante und emotionslose Meldung: Es wird bei MTV keine zweite Staffel ihrer Musikvorstell-Promiplausch-"Harald-Schmidt-in-klein-m?cht-ich-sein"-Show "Kuttner" geben.

Frollein Kuttner ver?ffentlichte die Neuigkeit h?chstselbst am vergangenen Mittwoch auf ihrer Internetseite, und wer m?chte, kann aus ihren Worten das f?r die betont selbstironische, selbstsichere Kuttner maximal m?gliche Bedauern feststellen: "Diese entscheidung hat MTV gef?llt und MTV wird sicher seine Gr?nde f?r diese Entscheidung haben."

Wir Unbeteiligten k?nnen ?ber die Gr?nde des Senders nur mutma?en. Aber wer nicht einmal in der Lage ist, Entscheidung so zu schreiben, wie es sich geh?rt, n?mlich mit einem gro?en E, dEr hat kEinE EigEnE Show mEhr vErdiEnt. Ist das vielleicht nicht doch der wahre Grund, Emmtiehwieh, und nicht die schlechten Quoten? Interessant ist auch, dass Kuttner wohl, wie die taz aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, impulsiv selbst handelte und die Meldung auf ihrer Website nicht vorher bei MTV angemeldet (sic!) hatte. B?se Sarah!

Und so wird die Tochter des Radiomoderators und Videoschnipsel-K?nstlers J?rgen Kuttner im Sommer mit ihrem etwas tr?gen Buch "Das oblatend?nne Eis des halben Zweidrittelwissens" auf Lesereise gehen, auch "endlich und ausf?hrlich im S?den Deutschlands", wie sie auf ihrer Website verk?ndet. Das wird das dort residierende Jugendmagazin freuen, f?r das Kuttner ihr Zweidrittelwissen bislang in Kolumnenform unters Volk brachte. Wir empfehlen ihr bei der Gelegenheit, auch einen Abstecher ins beschauliche Chiemgau oder den Schwarzwald zu machen, schlie?lich "braucht die Tante auch mal einen vern?nftigen Urlaub".

Wir dagegen brauchen keinen Urlaub, jedenfalls nicht von Frau Kuttner. Sie hat ja niemanden gro? gest?rt. Gut, sie war nicht die geborene Interviewerin, weil zum Interview eben auch Zuh?ren geh?rt. Der Labertasche Kuttner ist das scheinbar fremd. Sie ist auch nicht das, was man eine Musikjournalistin nennt, keine Charlotte Roche, die noch dazu einen gut vertr?glichen Interviewstil pflegt. All das war und ist Frau Kuttner nicht. Und das wei? sie auch.

Aber, und daf?r kann man ihr schon mal danken, war es nicht auch so, dass dank ihr vorher unbekannte - und vor allem: gute Bands - den Weg ins deutsche Fernsehen gefunden haben? Wer w?rde Moneybrother kennen, wer Adam Green, wer die We Are Scientists? Au?er ein paar Musik-Redakteuren und Pop-Nerds? Niemand.

Wir brauchen also einen Ersatz f?r diesen n?tzlichen Teil der Kuttner. Wir brauchen Ersatz f?r die engagierte Klassensprecherin Kuttner, die das Bandfestival "Kuttner on Ice" ohne die Hilfe ihres Senders organisiert hat und das trotzdem ratzfatz ausverkauft war.

Sieht man einmal von Kuttners Funktion als Multiplikatorin des gar nicht so schlechten Geschmacks ab, ist es aber nicht weiter schade, dass sie nun gehen muss. Irgendwann ist eben Schluss mit niedlich und frech. Wenn sie sich ein wenig anstrengt, wird sie vielleicht sogar ihren Vorg?ngerinnen Jessica Schwarz und Heike Makatsch in den Schauspielbetrieb folgen. Oder aber der WDR klopft wieder an ihre T?r. F?r den soll sie schon einmal Probesendungen aufgenommen haben. Jetzt steht aber erst einmal Urlaub an. F?r sie. Denn wir brauchen ja keinen. Wir haben sie ja noch nie beachte

Quelle:
taz