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Presseberichte zu Sarah und ihrer Show

Artikel vom 03.08.2004 erschienen in seen-tv.de

Latenightpersonalitypoptalk

Popkulturell interessiert sollte man sein, zwischen 18 und 35, politisch und gesellschaftlich nicht ganz uninteressiert und gut im Zuh?ren: Sarah Kuttners neue Show auf VIVA startete am Montag trotz der hochtrabenden Pressetextversprechen erfreulich locker und improvisiert.

Harald Schmidt, Anke Engelke, Sarah Kuttner? Wird es einst so sein? Die Zweite tr?gt die Show des Ersten zu Grabe, und die junge Dritte tritt das Erbe an? Im Vorfeld hatte Viva-Moderatorin Sarah Kuttner jegliche Vergleiche mit den Late-Night-Gr??en und auch eine Einordnung ihres Showkonzepts rigide abgelehnt. Nat?rlich, denn gutes Pop-Fernsehen ist immer auch Kommentar- und Zitierfernsehen, am besten noch mit geh?rig Selbstironie. Gilt das als Ma?stab, war Show Nr.1 ein Treffer.

Er hasse Sarah Kuttner, sagt Viva-Chef Dieter Gorny im Er?ffnungs-Einspieler-Schnipsel, weil sie immer soviel rede und man selber nicht mehr zu Wort komme. Dann, nach knapp einer Stunde, nach dem Abspann und vor der Fortsetzung des Video-Rotations-Alltags, haut Sarah im Stummfilm-Schn?rkelrahmen "auf die Kacke", w?rtlich zu verstehen. Dazwischen, zwischen Fremd- und Selbstvereimerung, baut man live die Show zusammen, von der zun?chst 140 Folgen geplant sind, montags bis donnerstags immer um 21 Uhr. Zu hoffen bleibt, dass der Bau lange dauert und nie fertig wird. Das w?re dann langweilig und das Aus.

Sarah bringt B?cher f?r den Schreibtisch in der Aldit?te mit. Sarah misst ihren Stress-Puls (153) und den von Komoderator Sven Schumacher, Studioband und Herbert Feuerstein. Sarah und Sven machen Sachen zum ersten Mal: Pfeife rauchen, Rollschuh fahren, Keyboard spielen, Fackel balancieren, und halt Show moderieren. Herbert Feuerstein zerrei?t sein neues Buch und verteilt die Reste an alle, Wir sind Helden versuchen das Studio zum Mitsingen zu bringen, und Au?enreporter Michael Wigge tauscht Trikots mit Promis. Nebenher l?uft noch der Kiosk-Check mit skurrilen Zeitschriften, heute "Zwillinge - Zeitschrift f?r Mehrlingseltern". Zwei Herren von Fanta4 kugeln sich ?ber ein Au?ensofa, und die Kamera guckt manchmal in seltsame Richtungen, zum Beispiel mehrfach in die Gesichter anscheinend gelangweilter Zuschauer.

Das alles ist sehr charmant, wirkt noch unfertig und gerade deshalb gut. Schon jetzt herrscht Einrichtungschaos im Studio, es gibt Holperstellen in der Dramaturgie, L?ngen und Hektik. Dazu spielt die Band sch?n laut und schrammelig, und Sarah sagt S?tze wie "Diese Sendung ist so abgefahren Schei?e". Hier, das darf man vermuten, gibt es keinen Teleprompter, keine Schilderhalter ("Anmod n?chster Gast, Witz 3"), keinen Gagschreiber-Thinktank, kein quotenfixiertes Humor-Korsett. Es wirkt also erstaunlich echt, extrem live und trotzdem reflektiert - die Konventionen der Talk-, Late-Night- und Personality-Genres kommen zwar vor, aber entweder leicht verquer oder als Zitat mit der Schlussfolgerung "na, das brauchen wir doch gar nicht."

Ein vielversprechender Start also, ein bisschen torkelnd, ?berm?tig und mit dem Schwung der ersten Euphorie. Wenn Sarah Kuttner und ihre Show sich diese fahrige Haltung bewahren k?nnen, das Herumtasten in der Pop-Rumpelkammer, die Selbstironie, und das ?ber die t?ckischen Untiefen der Tagesroutine hinweg, dann w?re das wunderbar. Wunderbar f?r alle zwischen 18 und 35, f?r alle Popfreaks und Politikkenner, f?r Harald-Schmidt-Verehrer und Anke-Skeptiker, f?r Medienzyniker und Viva-Bonbon-?stheten. Und in zehn Jahren w?re das dann ein Fachbegriff im Medienuniversum: Sarahs Latenightpersonalitypoptalk.

Quelle:
seen-tv.de